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Jahresmitarbeitergespräch beim SWR


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Geschrieben von Insider am 10. Oktober 2003 10:30:33:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

an modernen, technischen Kommunikationssystemen besteht im Südwestrundfunk bekanntlich kein Mangel, sie werden vielfältig genutzt. Eine andere Frage ist die nach der Qualität und Intensität unserer innerbetrieblichen Kommunikation. Auf zahlreichen Informations- und Kommunikationswegen tauschen wir uns formell und informell untereinander aus, bis hin zum Kantinengespräch und zum Flurfunk. Heute geht es mir noch einmal um ein ganz anderes Feld unserer internen Kommunikation, nämlich um das regelmäßige Gespräch jeder und jedes einzelnen Beschäftigten mit der oder dem jeweiligen Vorgesetzten. Hier haben wir im Verlauf des Fusionsprozesses festgestellt, daß sich noch manches verbessern und verstetigen läßt. Deshalb haben wir – zunächst als Pilotprojekt – die Einrichtung von Jahresmitarbeitergesprächen in der Landessenderdirektion Baden-Württemberg auf den Weg gebracht – was, wie Sie sich erinnern werden, erst einmal mit ein paar Holprigkeiten und Verzögerungen verbunden war, dann aber positive Ergebnisse und Erkenntnisse gebracht hat.

Wenn ich mich zusammen mit der Geschäftsleitung und mit kräftiger Unterstützung der Personalräte entschlossen habe, das Jahres-Mitarbeitergespräch nun als Pilotprojekt auf das ganze Haus auszuweiten, so geschieht dies in der Überzeugung, daß ein regelmäßiger Dialog die Qualität der Beziehung zwischen den Vorgesetzten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stärkt und darüber hinaus der kontinuierlichen Abstimmung von gegenseitigen Erwartungen und Leistungszielen dient. Das Jahres-Mitarbeitergespräch wird für die Führungskräfte verpflichtend und für die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freiwillig sein. Unabhängig davon, aber parallel dazu gibt es ein Gesprächsangebot an die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren andersgelagerten Fragestellungen, Möglichkeiten und Problemen.

Wir alle wissen: Jede Führungskraft bekommt letztlich die Qualität von Informationen, die sie auf Grund ihres praktizierten Führungsverhaltens verdient. Aber umgekehrt gilt auch, daß Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich nicht aktiv mitteilen, ihre Vorgesetzten nicht im persönlichen Gespräch mit ihren Fragen, mit eigenen Überlegungen und Vorschlägen herausfordern, zur Entwicklung des Unternehmens wie auch ihrer eigenen Entfaltungsmöglichkeiten wenig beitragen können. Natürlich ist mir klar, daß man die Einrichtung des Jahres-Mitarbeitergesprächs durchaus unterschiedlich beurteilen kann, weil möglicherweise damit konkrete Erwartungen geweckt werden können, die sich später nur schwer einlösen lassen. Gleichwohl scheinen mir die Chancen größer zu sein als die Risiken. Vor einer endgültigen Entscheidung wollen wir aber im ganzen Haus noch weitere Erfahrungen mit dieser Einrichtung sammeln.

Mir liegt dabei sehr daran, keine neuen Alibiveranstaltungen oder ein mehr oder weniger unverbindliches Ritual auf den Weg zu bringen. Die Einführungsveranstaltungen der letzten Monate, an denen weit mehr als dreihundert Führungskräfte und sehr viele Kolleginnen und Kollegen teilgenommen haben, zeigen deutlich, daß ein Bedarf an diesen Gesprächen besteht, wobei hier und dort auch noch Vorbehalte, wenn nicht gar Hilflosigkeit und wechselseitige Entfremdung zu überwinden sind. Vor allem freilich zeigen die nun vorliegenden Erfahrungen eine große Bereitschaft, sich auf das offene persönliche Gespräch einzulassen.

Wenn wir nun also die Jahres-Mitarbeitergespräche als hausübergreifenden Piloten praktizieren werden, dann im Vertrauen darauf, daß wir dieses Instrument von formalistischer Verkümmerung freihalten können. Versuchen wir gemeinsam, das Jahres-Mitarbeitergespräch für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens fruchtbar zu machen. In diesem Sinne bitte ich Sie alle um Ihre Mitwirkung.

Bei Rückfragen zu den Jahres-Mitarbeitergesprächen wenden Sie sich bitte an die Personalentwicklung.

Mit freundlichen Grüssen

Prof. Peter Voß




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