Re: nochmals zur MA eine dpa-Meldung


[ SWF3 - Elmar Hörig - Rockland ]


Geschrieben von Florian Lenz am 30. August 1999 at 16:03:58:

Als Antwort auf: Re: nochmals zur MA eine dpa-Meldung geschrieben von M.O. am 21. August 1999 at 16:32:39:

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>Gruß auch.
>Zur "Musikfarbe" äussere ich keinen Ton, da die Musik zu Zeiten von SWF3 kein Thema war. Sie war da, sie war aktuell, sie wurde von Musikredakteuren zusammengestellt deren Name am Ende der Sendung genannt wurde. Manchmal sogar von den Moderatoren selbst ausgewählt. Und da habe ich erlebt wie vielschichtig eine Musikauswahl sein kann. So habe ich mit Erstaunen erlebt wie Moderatoren an einem Tag stundenlang Musik spielten (und mit dem gleichen Hintergrundwissen an- und abmoderierten), die ich noch nie bei SWF3 gehört hatte. Und anderntags lief wieder das eher bekannte Programm.
>Das "Argument" um die Musik kommt eindeutig aus dem Ex-SDR-3-Lager und in Wahrheit handelt es sich auch um kein Argument da die Prämisse eindeutig nur subjektiver Natur und daher weder wahr noch falsch sein kann.
>Tatsache ist daß mir die Musik so ab '94 bei SWF3 auch nicht mehr immer gefiel, aber ich habe es als variabel hingenommen. (So um '94 wurde auch die Nennung der Musikredakteure abgestellt, ob es da einen Zusammenhang gibt mögen Insider wissen und begründen.)
>Bei SWR3 laufen in der Tat einige Titel, die in die Mottenkiste gehören (und die vorher nicht so häufig bei SWF3 liefen). Ich nehme dann gewöhnlich einen Abstecher nach SWR1-RP-land vor, wie ich es auch tue bei Dummvogel Karsten oder Möchtegernradiomann Thees oder IhrkönntmichmalichbinMusikchef Holtmann.
>Natürlich waren Thess, Karsten (und Hug) zuletzt bei SWF3. Das waren bis zu letzt aber sehr viele. Aber viele sind jetzt weg. Es sind gute und schlechte Moderatoren gegangen, aber in der Mehrheit waren es gute. Ein Guter ist gegangen worden. Es kamen auch gute (junge) und schlechte Moderatoren hinzu. Unterm Strich hat das Programm mehr als gelitten. Manche von den guten Moderatoren (auch des SDR) geben sich in diesen Nachfusionszeiten a low profile wie die Engländer sagen. Viele haben unterschiedliche und zum Teil private Gründe dies zu tun. Und diese Entscheidung respektiere ich. Mithin war Elmis Provokation als Ganzes couragiert, weil er es sich letztlich leisten konnte herauszufinden wie weit der SWR gehen würde. Und es ging sogar im Nachbetrachten unerhört schnell, was darauf hindeutet, daß es hinter den Kulissen noch heisser her ging als es den Anschein hatte.
>Die Moderationsrichtlinien. Dies ist nichts anderes als das Vademecum, beziehungsweise sind im Vademecum enthalten, das jedem Berufsanfänger in jener oder anderer Form ausgehändigt wird. Die Moderationsrichtlinien gab's schon immer und wurden im Laufe der Jahrzehnte auf SWF3 hin und wieder sogar auszugsweise zitiert. Und zwar immer wenn es darum ging die Besonderheit von SWF3 zu belegen. In intuitiven Fragen des Standards wie die Hörer informiert zu halten und gleichzeitig nicht zu überfordern oder ihnen offen und freundlich entgegenzutreten, übertraf SWF3 die spärlich formulierten Vorgaben meist um Längen. In überkommenen Ansichtsfragen, und dazu könnte wohl auch die Siezerei zählen, bewies SWF3 daß verstaubte Richtlinien nicht durch gesunden Menschenverstand zu ersetzen sind und verbuchte mithin Punkte bei dem fortschrittlich denkenden jungen Publikum zu Zeiten, wo die RAF aktiv war, Friedensdemonstrationen stattfanden und die grüne Partei gegründet wurde.
>Was Du mit "Spaß am Radio" sagen wolltest, kann ich nicht vollständig nachvollziehen. Diese genaue Wortfolge habe ich noch nicht gehört. Da läuft wohl diese Jingle "SWR3, macht Spaß. - Jaaah". Ist aber eine Kopie von "SWF3. Macht Spaß. -Jaaah?!" mit dem ironisch-begeisterten Unterton von Hochzeitsgästen, wenn die geladene Hochzeitskapelle aus einem übermotivierten Hobby-Wersiorgelspieler besteht, der irgendwie verliebt in sein Instrument scheint und mit Wonne alle Schlager rauf und runter dudelt - aber schlecht gespielt. (Ich weiß nicht wie er heißt, aber als ich diesen Alleinunterhalter beim Rock am Ring Festival in der Pause sah, dachte ich: Jetzt hat's den SWR völlig erwischt. Denn genau so hatten meine schlimmsten Befürchtungen ausgesehen.) Früher bei SWF3 stand das Jingle für: Das ist euch Hörern und uns Machers erspart geblieben. Und es lief inmitten eines frischen, lebendigen Programms das durch sich selbst im Gegensatz stand zu dem Jingle. In anderen Wortens: SWF3 hatte die Spaßmacherei gar nicht vonnötens hatte es nicht. Is nich so, Agathe? Agathe nickt mit'm Kopp. Ich muß einschränkend dazu sagen, ich meine immer das SWF3 von vor 1994.
>"Spaß am Radio" soll zweifellos den Vorwurf Spaßradio transportieren. Und das ist auch das Problem. Wer "SWx3, macht Spaß" wörtlich nimmt ohne die Relation zu 'SWF3 Das (verlorene) Original' zu kennen, wer also sich selbst kopiert ohne sich zu Fragen was die Grundlagen des Erfolges eigentlich waren, sagt in der Tat vernehmlich "Jaaah" zu einem Spaßradio a la SWR3.
>Laß mich noch erläutern, weshalb Du zwischen Zeus/Wirbel und Karsten unterscheiden solltest. Irgend jemand hat hier im Forum Zeus/Wirbel mal mit Dick und Doof bezeichnet, was ich als eine unerhörte und unverschämte Reduzierung auf Aeusserlichkeiten zurückweise.
Dick und Doof ist hierbei sehr liebevoll gemeint und meines Wissens erstmals von Moderatoren-Kollegen (in sehr liebevoller Form) in Umlauf gebracht worden.
Hätte er mal Laurel und Hardy gesagt. Denn in einem Punkt hat er absolut Recht. Die Einführung der Doppelmoderationen 1994 hat nämlich bisher nur ein Moderatorenteam hervorgebracht das brilliert. Und dabei haben Stan und Olli in Wahrheit gehen das Doppelmodprinzip verstoßen. Die Beiden haben ihre vereinten Talente mehr oder weniger durch die Gagtory-Tour zuvor entdeckt und weil sie ein talentiertes Duo bilden verstießen sie gleich und als einzige gegen das Doppelmodprinzip, das darin bestand daß jeweils ein Veteran einen Newcomer ins Radiogeschäft einführen sollte.
>Dieses Doppelmodprinzip ist analog zu verstehen mit der Taktik einiger Autohersteller beispielsweise die sogenannte burn-in phase einer Produktreihe kostendrückend dem Kunden aufzuhalsen nach dem Motto: Die Kosten (Zeit) ein Produkt marktreif zu machen werden gesenkt um den Preis, daß sich die Beschwerden einiger Erstkunden deutlich aber verkraftbar erhöhen. Faktisch ist der Kunde der Dumme.
>Bei den Doppelmoderationen werden Newcomer schneller ans Mikro (und damit ans Ohr der Hörer) herangeführt. Mußten früher Newcomer und andere Moderationsanwärter den beschwerlicheren Weg durchs Popfit-programm machen und der Sender spezielle Ausbildungen organisieren, finanzieren und durchführen, findet die Schulung heute vor Ort in der Stube oder dem Fahrzeug des Hörers statt. Es hat wie alles im Leben Vorteile, aber auch Nachteile.
>Ein schwerwiegender Nachteil ist, daß Newcomer bereits derart involviert und integriert werden, daß es schwer ist hoffnungslose Fehlselbsteinschätzungen mit einer guten Begründung wieder vor die Tür zu stetzen (und diesen Kandidaten damit letztlich einen Gefallen zu erweisen, den sie in diesem Augenblick nicht verstehen werden).
>Beim Fall Karsten erschwert sich noch der Fall, daß sein Chef dringend Gefolgsleute braucht die stets bereit sind einzuspringen wenn Not am Mann ist. Und das führt zur wirklich kuriosen Situation, daß sich Karsten in seinem Irrglauben bestätigt sieht. Tatsache bleibt und wird bleiben für alle Zeiten (und es hängt nur vom ihm selbst ab), daß zwischen ihm und renomierten Namen wie Müller, Wirbel/Zeus oder Doms Welten befinden.
>Noch ein Wort zu Mainstream. Das ist ebenfalls aus dem SDR-Lager aufgeworfen worden und bezeichnet sinnigerweise eine typische Außenseiterhaltung. Die Frage ist nämlich nicht gestellt aber unterschwellig: Ist Mainstream schlecht? Der Vorteil solcher nichtgestellten Fragen ist nämlich, daß sie weder von der argumentiernden, noch von der angegriffenen Partei beantwortet wird. Die Anhänger - die sollen nämlich überzeugt werden - der argumentierenden Partei aber sollen glauben die Frage sei rethorisch. Und das ist sie nicht. Hätte SWF3 jemals auf eine solche Frage geantwortet, dann etwa so: "Mainstream? Was bedeutet dieser Ausdruck wirklich und wieso hat man ihn erfunden. Bedeutet es nicht den Nerv einer größeren Gruppe getroffen zu haben und sie zu bedienen? Steht es nicht weiterhin einerseits für Erfolg und andererseits dem Versuch der Neider sich abzuschotten und zusammenzuschmieden? Denn das Gegenteil hieße nämlich was mir gefällt darf nicht auch vielen anderen gefallen. Mithin heißt die Antwort: Mainstream? Ja, und zwar gewußt wie." Letztlich ist die Frage Mainstream oder nicht ohnehin blanker Unsinn, da Musik gefallen und Information und sonstiger Inhalt dem gesunden Menschenverstand erträglich sein sollen - äußerst verkürzt ausgedrückt, aber wer alles obige gelesen haben sollte wird's verstehen.
>Wer mich jetzt mit dem Kriterium "Sonnenfinsternisgag" herausfordern möchte, da sich ja offensichtlich hier die Geister scheiden, bitte. Eigentlich habe ich mir keine abschließende Meinung gebildet, aber es war zumindest nicht wie damals bei SWF3 eine reine Medienverlade, sondern eine Hörerverlade was zumindest die gelbe Karte verdient. Andererseits war es instantly als Spaß zu erkennen, wenn man den Berichten glaubt. Spaßradio SWR3 = Spätzleradio SDR-3 und was vom Tage übrig blieb. Scherzle g'macht.






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Eva Marbach      Go-Shopping


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