Re: MA-Daten


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Geschrieben von Nicola Stegmaier am 05. Juli 2000 19:09:20:

Als Antwort auf: Re: MA-Daten geschrieben von Martin Hastenteufel am 05. Juli 2000 15:20:48:

Hallo!

>Wer weiß mehr.
>Dies habe ich eben in der Newsgroup de.alt.hoerfunk gelesen:
> : bislang wurden
>persönliche Hörerbefragungen durchgeführt, diesmal gab es Telefon-
>Interviews (CATI, Computer Assisted Telephone Interviews). Die Folge
>davon soll sein, daß man mehr junge (mobile) Hörer erreicht (oder
>sich zu erreichen erhofft). So steht es zumindest in einem Eintrag
>unter im Gästebuch.

Ja, bei der Umstellung von face-to-face zu CATI kann es dazu kommen, das das Sample sich verändert. Man kann durch CATI zwar mehr Leute in kürzerer Zeit erreichen, aber dafür gibt es z.B. folgende Verzerrungen in größerem oder kleineren Ausmaß:

1) es wird leicher mobile Leute zu erreichen (meistens jüngere), die sonst daheim zu früheren Urzeiten nicht erreichbar gewesen wären

2) man kann besser Leute befragen, die zwar per Telefon Auskünfte, aber, weil sie gerade alleine zuhause sind keinen Fremden in die Wohnung lassen

3) man kann formal weniger gebildete Menschen, für die es schwierig zu sein scheint sich auf mehrere Fragen, komplizierterer Art, zu antworten, per Telefon schwerer befragen, als persönlich vor Ort, da man ihnen dort zur leichteren Verständlichkeit auch Logos der einzelenen Anbieter vorlegen kann

4) es wird schwerer beispielsweise schwerhörige Omis und Opis am Telefon zu befragen

5) möglicherweise können bei einem Anruf in einer Familie eher die jüngeren
Familienmitglieder befragt werden, als die älteren, weil diese wegen der vermeindlichen Kompliziertheit der Befragung vorgeschickt werden (Oma zu Enkel: "Mach Du mal Du kennst Dich mit sowas besser aus.")
Soweit mir bekannt ist, wird derzeit und in den nächsten Monaten weiter untersucht, wie man eventuellen Verzerrungen bei dieser Methode begegnen kann.
Von den Medienforschern wird jetzt bei dieser MA 2000 auf jeden Fall betont darauf hingewiesen, daß die Ergebnisse nicht komplett mit den Daten früherer Jahre verglichen werden können!!!

Bei detailierten, ernstgemeinten methodischen Fragen, denke ich, könnt Ihr Euch sicherlich an die Medienforschung des SWR wenden.

Grüße
Nicola Stegmaier

P.S.: Bitte keine unflätigen Pöbeleien!!! Dort arbeiten vernünftige Leute! Auf das, was die Macher aus den Forschungsergebnissen machen oder in der Vergangenheit machten, haben sie keinen direkten Einfluß!




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