Schau, schhau!


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Geschrieben von Alois Singerl am 10. August 2000 09:50:03:

Hoffentlich is döös jetz koa Rechtsbruch, wann ii döös ohne Kopirait do einischreib. Oba die ARD is jetzad voll voßifizert. An Oorsch hams offn, ollemitanand, so dass mei Knecht mi'm voll'n Heuwagng einifahrn koo - ins offenöffentlichrechtlich Ooorschloch. Beim SWR is ned anders.

Alois, grantig, bös und kreiznarrisch

Aus der ZEIT vom 10.8.00

Zucht und Optimierung

Die ARD stellt neue Regeln für ihre Fernsehfilme auf
Von Merten Worthmann

Der Mensch hat sein Optimierungspotenzial bei weitem nicht
ausgeschöpft. Mangelhaft steht er auf der Welt herum und gerät ins
Grübeln; viel zu selten ist er heiter-komisch oder
emotional-anrührend. Was tun? Solange die Wissenschaft vom Menschen
in ihrer aktuell debattierten Form nur groß entworfen wird, aber noch
nichts Großes schafft, helfen auch kleine Maßnahmen auf dem Weg zum
Ziel.

Einen Schritt hat jetzt die ARD getan, unter Führung ihres
Programmdirektors Günter Struve, dessen Selbstbeschreibung unlängst
in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war: "Unerschütterliche Disziplin
ist angesagt in meinem Job. Geistige Zucht und Ordnung, die
Cutterschere im Kopf." Bald herrschen auch im Programm
unerschütterlich Zucht und Ordnung. Auf einer Klausurtagung haben die
Intendanten und Programmdirektoren der ARD-Stationen kürzlich ein so
genanntes Optimierungspapier "zustimmend zur Kenntnis genommen",
dessen acht Punkte und zwei Anlagen detailliert über die "Vorgaben und
Erfolgskriterien für Fernsehfilme" Auskunft geben. Damit ist festgelegt,
an welchen Leitplanken sich künftige Projekte für die Hauptsendezeit zu
orientieren haben. Was die "Erzählweise" angeht, so legen die
Optimierer unbedingten Wert auf "durchgängige Verständlichkeit;
unkompliziert, einfach, klar, auf keinen Fall verwirrend". Für den
Sendeplatz am Sonntagabend gilt: "Klarer, spannender, unkomplizierter,
leicht verständlicher Erzählstil". Der Dienstag erfordert "spannend,
heiter-komisch oder emotional-anrührend erzählte, alltagsnahe
Geschichten". Die Stoffe am Mittwoch sollen "spannend und bewegend,
heiter-komisch emotional, originell, relevant/interessant, witzig und
modern" sein.

Die Intendanten der ARD haben damit allerdings nur eine erste
Optimierungsstufe genommen. Noch immer weichen manche Vorgaben an
verschiedenen Tagen geringfügig voneinander ab. Es ist nicht
auszuschließen, dass das Gefälle zwischen den Nuancen noch die eine oder
andere Irritation auslöst. Erst wenn feststeht, dass künftig alle
Fernsehspiele
spannend-verständlich-heiter-komisch-einfach-emotional-anrührend
zu sein haben, und zwar in einem gleichmäßigen Mischungsverhältnis,
kann Kurs genommen werden auf die endgültige Optimierung wenigstens
des gebührenfinanzierten Fernsehprogramms. Sie sieht vor, dass Gerät
und Benutzer jeweils nur noch ein gegenseitig optimiertes
Standby-Signal von durchgängiger Verständlichkeit abgeben.
Anschließend kann auch die Gebührenschraube langsam gelockert werden
- als letzte im Getriebe.




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