Re: Elch-und-weg


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Geschrieben von Andreas Schweizer am 08. Oktober 2000 17:57:12:

Als Antwort auf: Elch-und-weg geschrieben von °dirk° am 01. Oktober 2000 18:55:21:

Hallo!

Diese Spiele gibt es schon seit Jahren im deutschen Privatradio (z.B. auch die "Dreier Reihe" bei ABY) und haben nur ein Ziel: Hörer ans Programm binden!
Durch diese Spiele werden die Hörer zum ersten animiert überhaupt mal das Programm zu hören, und wenn Sie dann schon mal das Radio eingeschaltet haben, sollen sie auf keinen Fall zu einem anderen Sender "zappen", deshalb verpackt man kurze Jingles ins Programm, die man eigentlich nur mitbekommen kann, wenn man ständig vor dem Radio hängt. Ich hab den Elch glücklicherweise (?!) noch nicht in PULS "röhren" gehört, könnte mir aber gut vorstellen, daß zwischen den Titeln auf jeden Fall ein Werbeblock liegt. Der läßt sich bei solchen Aktionen gleich viel teurer verkaufen.

Ich finde es außerordentlich schade, daß SWR3 sich jetzt auch auf diese primitivste Methode der Hörergewinnung einläßt. Ich war bislang immer der Ansicht, die öffentlich rechtlichen Anstalten sollten durch Qualität und nicht durch solche Aktionen überzeugen. Dafür gibt's schließlich noch die Privaten :-). Aber das Wort "Qualität" scheinen die Programmverantwortlichen bei SWR3 offensichtlich nur noch aus dem Duden zu kennen.

Daß solche "Megagewinnspiele" mit schöner Regelmäßigkeit immer zu der Zeit stattfinden, in der auch die Marktforscher unterwegs sind, wurde ja schon erwähnt. Nur gut, daß der "dumme Radiohörer" das nicht durchschaut und auf den Zauber reinfällt. Solange es Radiohörer mit dem Wortschatz der Bild-Zeitung und einem IQ knapp über Zimmertemperatur gibt, wird diese Rechnung der Sender auch aufgehen.

Ob diese Gewinnspiele wirklich den erhofften Erfolg bringen, wurde vor ein paar Jahren mal im Berliner Radiomarkt erforscht. Das Ergebnis war eher ernüchternd: Die Sender, die sich während der Medienanalyse mit Gewinnspielen nur so überboten haben, haben nicht mehr oder weniger gewonnen bzw. verloren als Sender, die versucht haben, diese Zeit ohne Radiospiele zu überstehen. Allerdings wurde diese Analyse meines Wissens nur einmal und nur in Berlin durchgeführt, wo der Radiomarkt schon immer viel hektischer war als anderswo. Das Ergebnis ist demnach nicht besonders repräsentativ. Oder weiß jemand mehr?!
Auf jeden Fall scheinen die Programmacher an die Wirkung solcher Spiele zu glauben - inzwischen auch bei SWR3.

Wenn das die "Feinjustierung " (Intendant Voß) des Programms sein soll, kann ich mich nur einem meiner Vorredner anschließen:
SWR3? und weg!

In diesem Sinne...
Andreas





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