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Re: Geniale Abrechnung mit den öffentlich-rechtlichen Sendern


Elmar Hörig SWF3 Regenbogen Radio Forum

Geschrieben von errs-archiv am 07. Februar 2003 15:54:23:

Als Antwort auf: Re: Geniale Abrechnung mit den öffentlich-rechtlichen Sendern geschrieben von Alois Singerl am 06. Februar 2003 16:12:34:

>>Für die, die es noch nicht getan haben: Besucht seine Seite und lest den Artikel in der Rubrik "Radio"! Toepel trifft den Punkt in dieser Satire genau.

Satire würde ich das nicht nennen. Eher ein Klagelied.

>Ii stois doo rein: Damit es hier sicher is. Man weiss ja nie, wie lang so was wo g'schdegt.

In der Tat. Man weiss nie. Schnell ne Kopie für spätere Gelegenheiten machen.
Und gleich mal darauf eingehen:

>DER MANN HOT RECHT 1000%ig!

Nur ist es in Wirklichkeit noch schlimmer als er es darstellt :-(

Das was ich bemerkenswert fand hab ich kommentiert. Was ich ausgelassen habe findet meine ungeteilte Zustimmung.


Alois Singerl zitierte Arnim Tölpel:
>----------------------------------------
> Denn sie wissen nicht, was sie senden sollen
> Vom Gebrauchswert des Radios
>
> [...] Die Macher. Stets gepeinigt von der Panik, „der Hörer“
> könnte abschalten. Keine Angst, das hat er längst. Innerlich.

Und nicht nur innerlich, sondern auch tatsächlich.
Denn wenn man im Kopf kotzen muss, geht das Ausschalten wie von selbst.

[...]
> Achselzucken erntet man, hört man die Macher, gar beifälliges Nicken. Und eine prompte
> Schuldzuweisung. Schuld hat - natürlich der Hörer. Denn er will es so. Hat es folglich
> auch nicht besser verdient. Er ist schließlich der Programm-Chef.

Der Hörer ist soviel Programm-Chef, wie der Bürger Chef der Politik ist.

> Denn sie haben ihn ja
> gefragt. Genauer, fragen lassen,

Ich ignoriere SWR3 nicht! Ich ~lasse~ ignorieren ;-)

> weil sie eigentlich nichts mit dem Hörer zu tun haben
> wollen, anspruchslos, wie er nun mal ist. Das übernehmen unaufhörlich gutbezahlte
> Hörer-Forscher, Medienanalysten, Musik-Consulter, in- und externe Berater und sonstige
> Besserwisser, die sich heuschreckenartig verbreiten, „den Hörer“ ausquetschen, was er
> wann, wie häufig, wie kurz und von einer eher männlichen oder eher weiblichen Stimme hören
> möchte. Anschließend warten sie mit ebenso absurden wie detaillierten Erkenntnissen auf,
> die je nach Binnenlaune im Sender zur „Programmphilosophie“ erhoben und spätestens alsbald
> wieder verworfen werden. Das macht sie auch in diesen Kreisen so beliebt und sichert ihren
> Arbeitsplatz: Sie wissen stets zu erläutern, warum ein Programm nicht erfolgreich sein und
> wieso ihr Arbeitgeber gar nichts dafür können kann.

Das ganze ist ein Abbild der Politik wo Meinungsumfragen als Demokratie-Placebo herhalten.
Das eine wie das andere hat mit Mitbestimmung oder Demokratie nicht das Geringste zu tun!
Wir sollen nur verarscht werden, dass wir glauben es gäbe das.
Wir sind für die leidiges Stimm-/Hörervieh, sonst nix!

> Ja, unsicher sind sie, die Macher. Denn ihnen fehlt das Wichtigste: Sie spüren es nicht.
> Sie fühlen nicht, was Radio eigentlich ausmacht. Und so schwelgen sie in Musikfarben,
> Wortanteilen, Sender-Uhren, debattieren Beitragslängen, Formatbrüche, Anmutungen,
> Ansprache, Moderatorentraining und Trailerbetten. Statt sich einfach der Frage zu stellen:
> Berührt dieses Programm? Klar, müssten sie doch passen, würden hilflos mitstoppen, in
> Statistiken blättern, um schließlich eine Runde einzuberufen, in die sie blicken könnten,
> um die Stimmung auszuloten. Nein, sie haben es einfach nicht, keine Idee, keine
> Inspiration, keine Vision, nur leider eine Position.

Wie "unsere" Politiker. Seelenlose, graue Kreaturen, die einem Leid tun müssten, wenn sie nicht
soviel Macht hätten und diese nicht hemmungslos missbrauchen würden.

> Und irgendwer hat sie vermutlich
> gerade deshalb auf ihren Posten gesetzt, weil sie nicht gefährlich werden.

Das sind kommunizierende Röhren. "Wie de Herr so's Gscherr!" oder "Wes Brost ich ess, dess Lied ich sing!"
Die Radiolandschaft ist wie vieles andere in diesem Staat von der Parteienmafia vollends vereinahmt worden.
Linientreue ist alles. Nur Arschkriecher bleiben in Lohn und Brot. Alle anderen werden gefeuert oder gar nicht erst eingestellt. Das war mehr oder weniger schon immer so, aber die Situation verschärft sich.

> Aber gerade die
> anderen bräuchte dieses sterbende Medium. Die haben Radio zu dem gemacht, wovon es heute
> allenfalls noch zehrt. Getriebene, Engagierte, Mutige, Innovative, Spinner, Verrückte,
> Fanatiker. Persönlichkeiten, die etwas bewirken, die Radio machen wollen, Verwalter haben
> wir genug.

So bedauerlich das ist, die Anfangstage des Radio sind vorbei. Radio wird nur noch als Komponente einer
durch und durch medial orientierten Gesellschaft gesehen. Wenn Politik nur noch in den Medien
gemacht wird, werden die Medien werden als Machtfaktor betrachtet und entsprechend politisch "korrekt"
durchgestylt.

> Und so bleibt als Produkt dieser quälende, gleichförmige, unendliche Minimalkonsens. Das,
> was den meisten bestenfalls am wenigsten weh tut, was sie am ehesten dulden. Was
> idealerweise nicht einmal bemerkt wird. Das ist ihre traurige Mission.

Das Volk soll eben eingelullt werden und nur das zu hören kriegen, was der Staatsmafia genehm ist.

> Dabei versichern sie sich mit konspirativen Mienen mehrmals täglich, bevorzugt an
> Kantinentischen bei Weißweinschorle, alles ungleich besser und endlich richtig zu machen,
> dürften sie endlich das Programm so gestalten, wie sie es selber goutierten. Sie, die sie
> sich allenfalls Deutschlandfunk oder ausgewählte Kultursendungen zumuten, das eigene
> Programm ohnehin nicht ertragen können. Ja, wenn sie könnten, wie sie wollten. Aber dieser
> Hörer will es eben so dürftig.

Oh, oh! Ärger im Paradies.
Das operative Entfernen der Rückgrates scheint nicht ohne Folgen zu sein.
Selbstbetrug ist ungesund!

> Einzig, wenn die Nachrichten-, Gerüchte- und Katastrophenlage es hergibt, blühen sie auf,
> sind in ihrem Element, verfallen in Aktivismus, setzen knallhart an der Sache die
> allmächtigen Hebel der Informationsbeschaffung in Bewegung. Nichts zählt mehr, wenn
> triumphierend die neueste Anzahl von Todesopfern in den Äther geblasen werden darf. Das
> ist ihre Stunde, das haben sie gelernt, hier fühlen sie sich sicher und noch
> omnikompetenter. Findige Journalisten stellen stets die drei entscheidenden Fragen: „Weiß
> man schon etwas über die Hintergründe? Sind Deutsche unter den Opfern? Und welche Vorwürfe
> kann man den Einsatzkräften schon im Vorfeld machen?“ Denn sie wollen es einfach wissen.
> Nicht genau - aber sofort. Wenn es nach ihnen ginge, dann gäbe es in den Sendern nur noch
> zwei Abteilungen: aktuell und brandaktuell.

Operative Hektik als Ersatz für geistige Windstille ist im doppelten Sinne Programm.

> Doch was, wenn das in Aussicht gestellte Erdbeben verschoben wird, wenn nur Sachschaden
> die Karambolagen ziert, wenn nichts zur Krise aufgebauscht werden kann? Dann heißt es
> warten, weitersenden und vielleicht noch einmal mehr überschwenglich und spekulativ „live“
> zur Börse schalten, „...gleich mehr nach der Musik!“

Oder man muss sich so lange irgendwelche idiotischen Hörerspielchen einfallen lassen,
bis es irgendwo mal wieder richtig knallt.

> Doch da ist zum Glück ja noch der Hörer. Ist der nun schon verantwortlich für das
> armselige Programm, so lautet die perfide Konsequenz, soll er doch gefälligst auch selbst
> das Programm machen. Und so muss er vor allem eines: unbedingt, unaufschiebbar und vor
> allem unaufhörlich: anrufen. Bevorzugt diese jämmerlichen Hotlines.

Was wäre ein Imperator ohne die zujubelnde Menge.
Im alten Rom gab es wenigstens noch einen Sklaven auf dem Streitwagen im Triumphzug,
der dem erfolgreichen Feldherrn ständig ins Ohr flüsterte "Und doch seid ihr sterblich" (o.ä.)
Selbst das gibt es heutzutage nicht mehr. Stattdessen ist unendlicher Größenwahn angesagt.

> Was als Ereignis, als Schaffung von Hörernähe begann, ist längst zur unkalkulierbaren
> Plage geworden. Nirgends kommen die Menschen so viel zu Wort wie in den Medien.

... haben aber nichts zu sagen - im doppelten Sinne!

> Der Hörer
> soll sich etwas wünschen, grüßen, fragen, seine Meinung zu allem und jedem äußern,
> abstimmen, mitraten, und er soll sich gelegentlich und in vertretbaren Dosen offenbaren.
> „Ihre Fragen rund um den Fußpilz!“ - „Und wie ist das mit Ihren Schuldgefühlen, erzählen
> Sie mal!“ - „Ihre Erfahrungen mit Silberfischen?“ - „Sollen die Geiseln gewaltsam befreit
> werden?“ - „Haben sie auch einmal einen Flugzeugabsturz überlebt, jetzt anrufen!“ -
> „Merkel zum Frisör, Kohl an die Wand, Möllemann in die Nationalelf - ja oder nein?“

Wie beim kriminalistischen Verhör: "Ich stell hier die Fragen!"

> Nein. Denn was der Hörer sagt, interessiert keinen wirklich. Er gerät in eine Welt, in der
> jeder Politiker, Sportler, Schauspieler, schlicht jeder, ob nun „Promi“ oder ahnungsloser
> Umfragen-Passant nicht als Mensch, sondern als O-Ton begriffen wird.

Menschliche Kulisse! Frischfleisch! Gesichter als Verbrauchsgut ("unverbrauchte Gesichter")

> Und auf der ständigen
> Jagd nach solchen ist der Hörer nun mal der billigste. Man kann ihn jederzeit abrufen,
> einbauen und ihm zur rechten Zeit den Hahn abdrehen, Denn der Hörer ist - natürlich -
> beileibe viel zu unpräzise, zu unpointiert, als dass er ungeschnitten „über Sender gehen“
> könnte. „Da kann man raus!“, lautet denn auch die wichtigste Grundregel, wie man mit einem
> nachdenkenden, vielleicht nur Atem holenden Menschen zu verfahren hat. Kurz, prägnant, die
> Emotion auf den Punkt, und dann „...das wächst wieder zusammen, ich drück’ Ihnen die
> Daumen, toitoitoi!“

Es leben die "Experten" die wissen wie man Radio macht ;->
Nur durchschauen immer mehr diese Bevormundung. Weg mit den Experten und der Expertenhörigkeit!
(Echte) Demokratie ist die Emanzipation der Laien!

> Denn der moderne Hörer darf auch Probleme haben. Die können im Bereich der
> Schädlingsbekämpfung, der Darmpflege, der Haftpflichtversicherung und sogar noch tiefer im
> Innern liegen. Hauptsache, sie „kommen knackig rüber“ und finden im rechten Rat ihren
> würdigen Abschluss.

Wo kommen wir denn da hin wenn wir auf einmal konstruktiv würden ? ;->
Dann könnte es ja passieren, dass die Probleme ausgehen und keine mehr da sind ;->

> Denn Radio ist kompetent, weiß alles, und Radio hat überdies immer
> Recht.

Unkritische Mediengläubigkeit ist gefragt.

> Wenn der Hörer Pech hat, gerät er also nicht nur an einen windigen Scharlatan, der
> ihm die sofortige Trennung von Frau und Kind anempfiehlt, „...denn in elf Monaten triffst
> du deine Traumfrau!“, sondern noch an einen ambulanten Psycho-Experten, dessen weise
> Weisung im Vorbeigehen er auch noch preisen darf „Es ist deine Mutter-Beziehung! Kannst du
> damit was anfangen? Denk mal drüber nach!“ Denn die Zeit, sie ist um. Tatsächlich? Wieso
> eigentlich?

Das Hirn der Hörer muss mit unkritischer Masse angereichert werden, damit das Volk
auf keine "dummen" Gedanken kommt ;->

> Arrogant, besserwissend, den Hörer alles, nur nicht ernst nehmend.

Wieder eine Parallele und Verbindung zur Politik.

> Ohne Respekt vor dem
> Medium, geschweige denn vor dem Menschen. Verwurstet zwischen Nachrichtenminuten,
> Hintergrund-, Service- und bunten „Stückchen“. Gebettet in und unterlegt wie alles mit
> dieser unsäglichen Musik, um ja keinen Moment der Stille aufkommen zu lassen.

Stille ich höchstgefährlich! Es könnte ja passieren, dass sich das Hirn des Hörers des ganzen Mülls
entledigt und anfängt nachzudenken ;->

> Nervös,
> ungeduldig, gierig. Hier hat keine Tiefe, kein Innehalten, kein Nachdenken, keine Substanz
> Platz.

Das läuft ja alles der Volksverdummung vollkommen entgegen.
Die Politiker und ihre Radiomacher brauchen kein Volk mit Tiefe, Innehalten, Nachdenken und Substanz.
Das würde sie nämlich zum Teufel jagen.

> Es störte dieses Gleichmaß der Überflutung. Und das wäre beängstigend, stellte es
> doch das ganze System in Frage.

Das ganze System der Staatsmafia mit den Parteien, Verbänden, Verwaltung, Gerichten ...
kurz dem ganzen Klüngel und Filz der dieses Land im Würgegriff hat.
Der Bürger könnte die Machtfrage stellen.

> Das überlässt man den Kirchenminuten. Abgedeckt.

Noch nicht mal das. Dort werden auch nur machtpolitisch belanglose Sonntagsreden gehalten.
30 Sekunden Tiefe gibt es nicht.

> Jetzt
> erst mal schnell weiter, bevor einer die Blutleere bemerkt. Denn es bleibt nichts von
> diesem Programm. Doch, vielleicht ein buntes Sender-T-Shirt. Versendet. Tja, schade, wir
> sind eben neugierig, aber leider nicht interessiert.

Ein oberflächliches Radioprogramm hat eben nur Hörer mit oberflächlichen Interessen.
Das schwankt alles je nach Trend-Wetterlage. Heute hier, morgen dort.
Und da wundert sich noch einer über fehlende oder die falschen Werte einer Gesellschaft.

> Es gab Zeiten, da wurde das Medium missbraucht, mittlerweile sind es die Hörer, die
> missbraucht werden.

Nur gehören immer zwei dazu. Man muss sich auch missbrauchen lassen.

> Und das ist der Trost: Es scheint ein Ende der Duldsamkeit mit dieser Programmdauerwurst
> abzusehen.

Da bin ich skeptisch. Es gibt immer noch genug willenloses Konsumvieh, das mittlerweile
schon so verblödet ist, dass es gar nicht mehr weiss was gutes Radio ausmacht, geschweigedenn
in der Lage ist selbst zu denken und auch das Selbstbewusstsein dazu hat.

> Manchmal, wenn ich schadenfroh aufmerke, weil ich wieder einen Satz höre wie
> „Ey, alle Leitungen blinken, es wird wieder angerufen wie blöd, aber wir haben da ein
> kleines technisches Problem...“, da beschleicht mich ein Verdacht: Sie haben gar keinen
> Hörer mehr. Zuhörer sowieso nicht, nein, Hörer überhaupt.

Es ist sicher auch ein Großteil Propaganda und self-fullfilling prophecies was Hörerzahlen
und -akzeptanz angeht. Andererseits weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es noch viele Dumpfbacken
gibt, die es gar nicht merken, wenn ihnen das Hirn vollgeschissen wird.

> „Wenn schon Radio, dann lieber
> Fernsehen!“, sagt der sich nämlich,

Nur das Fernsehen genauso debil ist wie Radio.

> legt seine Lieblings-CD auf, kauft Hörbücher, liest Zeitung,

Viel eher Internet, aber das kennt Arnim Tölpel ja nicht.
Wenn der kritische Bürger irgendwo zu finden ist, dann hier.

> bedauert nicht, dass er nicht schon am Vortag (oder noch schlimmer am gleichen
> Tag) erfahren musste, was er gerade liest und hört allenfalls bei Nachrichten hin. Das

Die Zeiten sind auch schon lange vorbei. Die Nachrichten sind auch alle gleich, austauschbar und nur
dazu da, dass sich die Politiker als unsere vermeintliche Retter produzieren können. Dort bekommt der Hörer nur die Nachrichten zu hören, die er auch hören soll.

> Anrufen überlässt er professionellen Sender-Teams, also in aller Regel dessen Hospitanten.
> Was sollte ihn auch locken, würde er doch gewiss nur den Radio-Wecker beim Super-Rätsel
> gewinnen (mein Lieblingssatz: „Hab’ ich schon!“).

Kritische Hörer haben eigentlich nur noch zynisch-hämische Kommentare für sowas übrig und geben sich ansonsten damit gar nicht mehr ab.

[...]
> Ich meine die dahinter. Die das zulassen. Die sie rufen,
> sich bevorzugt umgeben mit diesen Stereotypen, deren Kontur-, Leb- und Erfahrungslosigkeit
> wohl zur Einstellungsbedingung geworden ist. Die die Austauschbarkeit postulieren, um die
> eigene Unsicherheit durch die der Untergebenen und Abhängigen zu kaschieren.

Und es sind viele und mächtige, die dahinter eng gestaffelt stehen und sich
die Pfründe und Pöstchen zuschustern.

> Und ein letztes Nein: Es ist alles überhaupt nicht witzig. Es ist ein Trauerspiel. Denn

Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre :-(

> hier geht es nicht um einen fälligen Strukturwandel, die Krise eines Marktsegmentes, es

Das sind ja auch nur rabulistsiche Umschreibungen der Medienmafiosos.

> geht um den Niedergang eines ganz besonderen Mediums, das den Menschen so nahe kommt, wie
> es das Fernsehen nie vermag, diesem deshalb weit überlegen ist. Denn es lässt ungleich
> mehr Raum für den Empfänger, ist mit ihm oft alleine, im Auto, im Bad, im Büro, beim
> Bügeln, beim Einschlafen und Aufwachen. Lässt Fragen offen, zerrt nicht alles ans Licht,
> lässt Bilder und Gedanken zu. Es fordert uns, denn wenn wir wollen, können wir die
> falschen Töne hören, spüren. Die meisten jedenfalls. Denn Distanzslosigkeit ersetzt nicht
> Wahrhaftigkeit. Ein Medium, das uns im besten Fall bewegt, provoziert, berührt. Durch ein
> Wort, einen Ton, eine Melodie, eine Pause. Und das sich so den eigentlichen, den zentralen
> Fragen unserer Daseinsbewältigung widmet. Ein Medium, das es verdient hat, wenigstens von
> uns ernst genommen zu werden.

Wie Elmi schon sagte: "Radio ist Kino im Kopf!"
Natürlich nur Radio mit Seele.

> Wir Hörer sind lange genug unterschätzt und unterfordert worden. Machen wir es ihnen nicht
> so leicht. Nehmen wir sie beim Wort. Hören wir, so schwer es fällt, zu.

Das ist nur was für Masochisten.

> Lasst uns sie
> kontrollieren und überführen. Wir müssen nachfragen, einfordern, monieren, mahnen,
> konfrontieren, wir müssen ihnen die Ausreden abschneiden. Helfen wir, sie zu erlösen von
> einem Job, den sie nicht zu schätzen wissen. Keine Sorge, sie fallen weich. Packen wir sie
> bei dem, was sie am wenigsten wahrhaben wollen: Verantwortung.

Das ist leicht dahergesagt. Radio findet ja nicht im luftleeren Raum statt.
Die öffentlich-schrecklichen Sender sind nur noch Vasallen des Parteienfilzes, welcher eng mit der
Industriemafia verwoben ist. Die Privaten Sender stehen direkt unter dem Druck der Wirtschaftsmafia.
Bei alledem hat der Hörer resp. Bürger nichts zu melden. Wenn man etwas erreichen will muss man
das ganze System angreifen. Radio ist da nur ein symptomatischer Teilaspekt.
Es geht schlicht um die Macht im Land. Wer hat das Sagen?
In diesem Sinne ist nicht nur der mündige Hörer gefragt sondern der mündige Bürger, der für seine Rechte
auf die Barrikaden geht.




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Elmar Hörig SWF3 Regenbogen Radio Forum